KI-Bilder, Urheberrecht und Copyright: Welche Rechte habe ich?

Die rasante Entwicklung der KI-Technologie wirft viele Fragen auf, insbesondere wenn es um die rechtlichen Aspekte von KI-generierten Bildern geht. Immer mehr Kreative nutzen KI-Tools, um beeindruckende Bilder zu erzeugen. Doch wem gehören diese Werke eigentlich? Darf man sie verkaufen? Und was ist mit Copyright und Urheberrecht? In diesem Artikel klären wir die wichtigsten Fragen.

Darf ich KI-generierte Bilder kommerziell nutzen?

Grundsätzlich erlauben viele KI-Anbieter die kommerzielle Nutzung von generierten Bildern, allerdings oft erst mit einem kostenpflichtigen Abo. Es gibt jedoch Einschränkungen:

  • Midjourney erlaubt die kommerzielle Nutzung, macht aber Ausnahmen. Wer fremde Bilder mit KI hochskaliert, erwirbt keine Rechte daran. Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Million US-Dollar benötigen mindestens einen Pro-Account.
  • Andere Anbieter haben unterschiedliche Regelungen – vor der Nutzung also unbedingt die AGB prüfen!

Habe ich das Urheberrecht an KI-generierten Bildern?

Die klare Antwort lautet: Nein.

Das deutsche Urheberrecht verlangt eine gewisse „Schöpfungshöhe“ sowie einen menschlichen Schöpfer. Da KI-Bilder technisch von einer Maschine erzeugt werden, fehlt dieser menschliche Faktor. Einige Urteile haben bereits bestätigt, dass KI-generierte Werke nicht unter das klassische Urheberrecht fallen.

Das kann problematisch sein, wenn Kunden von euch verlangen, dass ihr ihnen die vollen Rechte an einem Werk einräumt. Solange sich die Rechtslage nicht weiterentwickelt, müsst ihr davon ausgehen, dass ihr kein Urheberrecht an euren KI-Bildern habt.

Muss ich einen Copyright-Vermerk angeben?

Nein, aus zwei Gründen:

  1. Da ihr in der Regel kein Urheberrecht habt, gibt es nichts zu kennzeichnen.
  2. Falls ihr durch eine Kombination aus Vorlagen, Prompts und Nachbearbeitung doch eine schöpferische Leistung erbringt, braucht ihr trotzdem keinen separaten Copyright-Vermerk.

Empfohlen wird jedoch eine Kennzeichnung, um Transparenz zu schaffen. Ein Beispiel: „Generiert mit Midjourney durch [Name]“. Der kommende EU Artificial Intelligence Act wird eine solche Kennzeichnungspflicht voraussichtlich vorschreiben.

Marken- und Lizenzrechte: Was ist erlaubt?

Einige KI-Generatoren erlauben das Erstellen von Bildern mit geschützten Marken und Designs. Aber Achtung: Das bedeutet nicht, dass ihr sie legal verwenden dürft! Veröffentlicht oder verkauft ihr Bilder, die Logos, bekannte Charaktere oder Designs enthalten, kann das rechtliche Konsequenzen haben.

Persönlichkeitsrechte und das Recht am eigenen Bild

Personen haben das Recht zu bestimmen, ob Bilder von ihnen veröffentlicht werden. Das gilt auch für KI-generierte Werke, wenn sie realen Menschen ähneln. Ohne Einwilligung dürfen solche Bilder nicht verwendet werden.

Ausnahme: Bei „Personen der Zeitgeschichte“ (z. B. Prominente) gibt es mehr Spielraum, solange keine falschen Tatsachen verbreitet werden oder die Person in rufschädigender Weise dargestellt wird.

Worauf muss ich beim Upload von Bildern achten?

Viele KI-Anbieter räumen sich umfassende Nutzungsrechte an hochgeladenen Bildern ein. Wenn ihr also eigene oder gar Kundenfotos als Vorlage nutzt, solltet ihr sicherstellen, dass ihr dazu berechtigt seid.

Fazit

Die Nutzung von KI-Bildern bietet enorme kreative Möglichkeiten, bringt aber auch rechtliche Herausforderungen mit sich. Ohne ein klares Urheberrecht könnt ihr eure Werke nicht vollständig schützen, und Marken-, Lizenz- oder Persönlichkeitsrechte dürfen nicht verletzt werden. Wer KI-generierte Bilder kommerziell nutzen will, sollte sich gut über die Nutzungsbedingungen informieren.

Hinweis in eigener Sache: Brownz XXL Archiv.


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