Captain America: Brave New World – Das MCU lässt die Luft raus
Das Marvel Cinematic Universe ist inzwischen wie dieser eine alte Schulfreund, der früher cool war, aber mittlerweile nur noch langweilige Stories über sein neues Staubsauger-Modell erzählt. „Captain America: Brave New World“ reiht sich nahtlos in diese Entwicklung ein: Ein Film, der sich so verzweifelt an seine eigenen Glanzzeiten klammert, dass es fast rührend wäre, wenn es nicht so anstrengend wäre.
Ein Captain ohne Biss
Anthony Mackie als neuer Captain America? Eigentlich eine geile Idee. Wäre da nur nicht das Problem, dass der Film sich an seinen Vorgängern orientiert wie ein Kind, das heimlich die Mathe-Hausaufgaben vom Klassenbesten abschreibt, aber nichts davon versteht. Steve Rogers hatte wenigstens noch Charisma und eine Prise Drama – Mackies Sam Wilson kriegt dagegen einen Plot serviert, der so vorhersehbar ist wie ein Sonntagabend-Tatort.
Bösewichte mit dem Charme einer nassen Socke
Marvel hatte mal grandiose Antagonisten: Loki, Thanos, selbst ein Killmonger hatte mehr Substanz als diese gesichtslosen NPCs, die „Brave New World“ uns vorsetzt. Erinnerst du dich an einen richtig epischen Marvel-Schurken der letzten Jahre? Nein? Eben.
Action? CGI-Brei vom Feinsten
Früher hieß es: „Wow, Marvel macht geile Action-Szenen!“ Jetzt heißt es: „Wow, Marvel macht Action-Szenen, die aussehen, als hätte jemand eine PS3-Cutscene gerendert.“ Explosionen, die mehr Pixel als Impact haben, Kampfszenen, die sich an die übermüdete Formel halten: Drei schnelle Schnitte, eine Runde Wackelkamera, und irgendein Dude wird durch eine Glasscheibe geschleudert.
MCU, was ist aus dir geworden?
Marvel-Filme waren mal Ereignisse. Jetzt sind sie Content. Und zwar Content, der sich so mutlos an seiner eigenen Vergangenheit festhält, dass er dabei vergisst, eine eigene Identität zu entwickeln. „Brave New World“ ist kein schlechter Film per se – aber er ist so vergessenswert, dass man sich nach dem Abspann fragt, ob man ihn überhaupt gesehen hat.
Fazit: 4/10 – MCU, bitte geh mal in Therapie.
