Die hohe Kunst des Jammerns: Wenn dein Leben nicht schlecht genug ist, mach es dir schlimmer
Es gibt zwei Arten von Menschen: Die, die sich freuen, wenn etwas klappt – und die, die sich auch aus einem Lottogewinn eine existenzielle Krise schnitzen können. Willkommen in der Kultur des Jammerns und Schlechtredens – dem Volkssport, der uns alle verbindet.
Jammern: Mehr als ein Hobby, eine Berufung
Egal ob Job, Beziehung, Wetter oder die eigene Frisur – irgendwas ist immer kacke. Und wenn nicht, dann sorgt man halt selbst dafür. In Deutschland gibt es für alles eine Hotline, aber für chronische Zufriedenheit ist das Netz einfach nicht ausgelegt.
- Gute Nachrichten? Verdächtig. Wenn etwas zu gut läuft, ist es bestimmt eine Falle.
- Komplimente? Hinterlistiger Angriff. Die wollen doch nur was.
- Erfolge? Pure Anfängerücke. Wahrscheinlich Glück oder Vitamin B.
Sozialer Klebstoff: Gemeinsames Lästern als Gruppentherapie
Nichts verbindet so sehr wie gemeinsames Schlechtreden. Ob Nachbar, Kollege oder der eigene Spiegel: Hauptsache, es gibt was zu bemängeln. Denn wer sich zusammen runterzieht, bleibt wenigstens nicht allein unten.
- „Hab ich doch gleich gesagt.“ (Egal, worum es geht)
- „Ja, aber…“ (Der Klassiker, wenn’s kurz positiv war)
- „Wenn ich ehrlich bin…“ (Spoiler: Ist er nie)
Die 10 besten Tipps, um sich alles maximal schlecht zu reden
- Vergleiche dich ausschließlich mit Elon Musk oder Leuten mit Adelsnamen. Wenn die Latte schon in der Stratosphäre hängt, kannst du gar nicht anders als dagegen zu laufen.
- Jeder Fehler aus 2008 muss bei jeder Gelegenheit wiederholt werden. Am besten auch bei Menschen, die damals noch in der Grundschule waren.
- Positive Feedbacks mit „Die haben keine Ahnung“ kommentieren. Denn wenn jemand dich lobt, kann das nur an ihrem schlechten Geschmack liegen.
- Jeden Erfolg als Zufall oder Betrug deklarieren. Erfolg durch eigene Fähigkeiten? Klingt ja wie Science-Fiction.
- Erkläre Glück zu einer Verschwörung gegen dich. Warum freut sich das Universum eigentlich nie über dich?
- Freunde, die sich freuen, sind naiv oder gekauft. Wahre Freunde hassen ihr Leben genauso wie du – alles andere ist verdächtig.
- Geschenke? Wahrscheinlich aus Mitleid. Die wollen dich nur ruhigstellen, bevor du wieder erzählst, wie scheiße dein Tag war.
- Erfolge anderer sind nur durch Vetternwirtschaft erklärbar. Qualifikation? Talent? Nein, nein, alles Vitamin B und Freimaurerzirkel.
- Selbst die eigenen Hobbys sind Zeitverschwendung. Warum Spaß haben, wenn man sich auch selbst Vorwürfe machen kann?
- Lobe dich nie – Selbstachtung ist was für Narzissten. Stolz auf sich sein? Lieber direkt der NPD beitreten, ist der gleiche Vibe.
Fazit: Wer immer vom Schlimmsten ausgeht, wird selten enttäuscht
Also hoch die Kaffeetassen, runter mit den Mundwinkeln – und immer dran denken: Irgendwas ist immer scheiße. Und wenn nicht, hast du einfach nicht richtig hingeschaut.


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